Page One / Seite 1
zurueck

DER BLAUE TRAUM

TUNESIEN-RALLY 1999

Tun99_T01.jpg (4645 Byte)(Text: Anita Haug Fotos Oliver Schmitt u. Beat Haug)
Der Zauber des blauen Traums wirkt immer noch nach, auch einige Wochen nach dem eindrucksvollen Erlebnis. Ende Mai haben wir uns mit 63 weiteren Fahrern zu einer der schönsten und best-organisierten Touring Rallies aller Zeiten aufgemacht. Maria aus der Tschechischen Republik, Norbert und Theo aus Wien und Pia, Beat und ich aus der Schweiz gaben der Rally den Internationalen Touch. Alle anderen Teilnehmer kamen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Angeführt von Petra und Thomas aus der Pfalz, der Dialekt ist unverkennbar, die uns ihre Liebe zu Tunesien in eindrücklicher Weise mitgeben konnten, waren wir mit 50 Harleys von Genua aus unterwegs.

Tun99_T02.jpg (5481 Byte)Das Warten auf die Fähre war kurzweilig. Mit uns standen Kolonnen um Kolonnen von PWs, Lastwagen, Geländefahrzeugen und ca 80 undefinierbaren Fahrzeugen im Hafen. Die letzteren waren von uns aus gesehen kaum mehr fahrtüchtig, wurden von Klebeband und Draht zusammengehalten und hatten auf dem Dach eine Ladung die mindestens dem Volumen des darunter verborgenen Gefährts entsprach. Die Ladung hätte gut und gerne der Sperrmüllabfuhr von Genua entstammen können. Allem Anschein nach, würden jedoch alle die mitgeführten Gegenstände irgendwo in Afrika wieder einen Benutzer finden.

Tun99_T03.jpg (6459 Byte)Nach dem Einchecken und einer erfrischenden Dusche trafen wir uns alle am Swimmingpool und winkten Europa zum Abschied zu. Das Abendessen stimmte uns sofort auf Tunesien ein, es gab wunderbaren Couscous. Dank der minutiösen Vorarbeit von Petra, gingen die Zollformalitäten in Tunis reibungslos vonstatten. Ich wurde allerdings aus Versehen auf eine Ehrenrunde geschickt und durfte die Checks ein zweites Mal passieren, auch wieder ohne Probleme.

Tun99_T04.jpg (7843 Byte)Nach dem Ausladen erwartete uns Dhyaa, der tunesische Freund von Petra und Thomas, der uns von der Abou Nawas Gruppe zur Betreuung für die ganze Rally ausgeliehen wurde. Er nahm freudestrahlend von der brandneuen 99er Dyna Superglide Besitz, die er für die Tour zur Verfügung gestellt bekam. Zusammen mit der Polizei, die uns auf weiten Teilen durch Tunesien geleitete brachte er uns beim Eindunkeln in unser erstes Abou Nawas Hotel. Wir bezogen grosszügige Bungalows und verpackten als Erstes, alle warmen und überflüssigen Klamotten in grosse schwarze Abfallsäcke, die im Hotel bleiben würden bis zu unserer Abreise zurück ins kältere Europa.

Tun99_T05.jpg (6584 Byte)Pünktlich um 09Uhr standen wir am nächsten Morgen bereit zur Abfahrt um das zerklüftete Cap Bon. Zum Mittagshalt besuchten wir die Grotten bei El Haouaria aus denen vor vielen Jahrhunderten Sklaven das Baumaterial für Carthago herausgebrochen haben. Die Mittagshalte sind einer besonderen Erwähnung wert. Jeden Tag, ausser an Thomas‘s Geburtstag, war Petra mit einem grossen Seesack auf dem Rücken frisches Brot einkaufen gegangen und eröffnete dann den Mittagstisch vor dem Werkstattwagen. Tun99_T06.jpg (6515 Byte)Er war abwechslungsweise reich mit Thunfisch und Sardinen, oder Büchsenwurst bestückt. Dazu gab es Streichkäslein, Mineralwasser und manchmal erfrischende Früchte. Man bediente sich nach Herzenslust und liess sich irgendwo im Schatten nieder zum Schmausen. Am besten war das Fladenbrot des ersten Tages, bloss hatten wir alle Hunger und etwas grosse Augen. An den folgenden Tagen wurden wir bescheidener.

Unser Tagesziel war Hammamet. Nach einem etwas kühlen Bad im Meer und einem Drink am Swimmingpool, bedienten wir uns, wie meistens, beim Abendessen an einem reichhaltigen Büffet, das zu grossen Teilen einheimische Speisen, aber auch Europäische Gerichte aufwies. Am nächsten Morgen machte uns Thomas mit einem praktischen Beispiel in didaktisch einmaliger Form klar, was denn nun „versetzt fahren im Konvoi" wirklich bedeutet. Tun99_T07.jpg (5632 Byte)Es leuchtete allen ein, dass, wenn auf der Innen- oder Aussenkolonne eine Lücke entsteht diese von hinten und nicht von der Seite aufgefüllt werden musste. Alles andere ist viel zu gefährlich und bringt eine Menge Unruhe in eine Gruppe. Darüber hinaus gab es keine Überholmanöver ausser von den Roadmarschalls. Im praktischen Gebrauch hat sich dieses System äusserst effektiv bewährt. Alle Rallyteilnehmer fuhren sehr diszipliniert. Natürlich kannte man bald auch die Eigenheiten der einzelnen Fahrer und Fahrerinnen. Einige wollten nur Innen oder nur Aussen fahren, andere lieber mehr in der Mitte, oder pendelten situativ von einer zur anderen Seite oder kamen in engen Kurven etwas nahe, aber die vorherrschende Toleranz und die sich entwickelnden Freundschaften bedachten diese kleinen Macken mit Nachsicht.

Tun99_T08.jpg (6531 Byte)Auf guten Strassen fuhren wir nach Kairouan, der Hauptstadt der Teppichknüpferei. Die Landschaft mit begrünten Hügeln und gelbbrauner Erde erinnerte noch stark an den Peloponnes in Griechenland oder an Sizilien. Kein Wunder, liegt doch Sizilien nur 140 Meilen von Tunis entfernt.

Ein polyglotter Führer, einst Sprachlehrer und jetzt über 70 Jahre alt, zeigte uns die grosse Moschee von Kairouan. Die langen mit Säulen bestanden Tun99_T09.jpg (5832 Byte)Kreuzgänge umschlossenen einen grossen Hof der mit zwei Sonnenuhren und einer Zitadelle bestückt ist. Die eigentlichen Räume der Moschee sind nur durch die schweren, geschnitzten Türen aus Zedernholz zu bewundern, Eintreten war für uns verboten. Eintreten jedoch sehr erwünscht, war beim folgenden Bummel durch die Kasbah mit den Souks. Von weitem zeugten die Rufe „Chef, du Harley?" „Mister nur schauen!" „Hallo, Hallo!" und „Deutsch?" vom guten Buschtelephon im Markt. Wir gewöhnten uns schnell daran und konnten den Lockrufen meist widerstehen.

Tun99_T10.jpg (5694 Byte)Danach fuhren wir einige Kilometer weiter zu den nächsten schattigen Bäumen und gaben uns dem Mittagsmahl hin. Heute gab es Dosenwurst und Melonen. Unser Tagesziel hiess Sbeitla. Je näher wir kamen, desto grauer wurde der Himmel. Es wird wohl nicht regnen in Tunesien? Jetzt wo wir all unser Regenzeugs im Hotel in Tunis gelassen haben?

Wir erreichten unser Hotel mit den ersten Regentropfen und wurden Zeugen von einem währschaften tunesischen Gewitter. Der erste und letzte Regen auf dieser Reise. Wir werden uns noch an die erfrischende Abkühlung zurücksehnen. Die Temperaturen waren angenehm kühl und das Nachtessen ausgezeichnet. Das machte den Mangel an Frotteetüchern, eins pro Zimmer, wieder wett.

Tun99_T11.jpg (6694 Byte)Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir am nächsten Morgen die römischen Ruinen bei Sbeitla. Die zum Teil gut erhaltenen Ruinen gaben einen realen Einblick in das Leben um das 3. Jahrhundert. Tempel der Göttinen Juno und Minerva standen friedlich neben frühchristlichen Kirchen mit aufschlussreichen Mosaikfussböden. Der restaurierte Triumphbogen des Kaisers Diokletian ragte als eindrückliches Denkmal gleich hinter der gut erhaltenen Festungsmauer auf.

 

Tun99_T12.jpg (6342 Byte)Vollgesogen mit Kultur machten wir uns auf den Weg Richtung Wüste und Oasen. Die Landschaft wurde karger und die Strassen welliger. Der Pannenstreifen auf beiden Seiten war nicht geteert. So wirbelten ausweichende Autos und Lastwagen eine Menge Sand in die Luft. Wir montierten Bandanas und andere Baumwolltücher vor Mund und Nase. Die Temperaturen stiegen langsam an. Es würde so um die 30 Grad sein, beim Fahren kühlte ein angenehmer Luftzug, aber beim Anhalten musste die Töffkluft sofort vom Körper, sonst war man in Kürze nass vom Schwitzen. Der Mittagshalt am Rand der Strasse war glücklicherweise von grossen Bäumen überschattet. Heute gab es Thon, Sardinen und Orangen.

Tun99_T13A.jpg (3397 Byte)Kurz vor dem Tagesziel Tozeur, wurde eine folgenschwere Entscheidung fällig. Wir entschieden uns fürs Abenteuer und folgten Thomas zur Selja Schlucht. 10 km Piste war angesagt, zwei lange, bodenlose Sandlöcher bereicherten die Strecke. Wir erfuhren, dass man mit genügend Schwung durchfahren musste und die wilde, bockende Bronco-Harley eisern unter Kontrolle halten soll. Einige von uns legten sich bei der Hinfahrt in den weichen Sand. Bei der Rückfahrt ging es schon bedeutend besser. Am Ende der Fahrstrecke erwartete uns noch ein kleiner Fussmarsch zur Schlucht mit dem Säbelhieb, einer Felsformation die links und rechts des FlüsschensTun99_T13B.jpg (5899 Byte) 150 Meter senkrecht in die Höhe stieg und nur den schmalen Säbelhieb als Durchfluss freiliess.

Wieder auf der grossen Strasse angelangt, machten wir noch einen Halt bei einem Roadside Café. Dieser hochtrabende Name wurde von einer kleinen Bude mit Sonnendach und genügend Stühlen für uns verkörpert. Tun99_T14.jpg (7246 Byte)Nachdem wir den gesamten Vorrat an Coca-Cola und Mineralwasser konsumiert hatten und nur noch einige wenige Flaschen mit warmem Orangina übrig waren, und die Jahres-Aprikosenernte eines Händlers ausverkauft war, verliessen wir die gastliche Stätte. Die Polizei der umliegenden Orte hatte sich mittlerweile zu einer ad hoc Kontrolle der vorbeifahrenden Lastwagen zusammengetan und begutachtete fachmännisch unsere Milwaukee-Eisen.

Tun99_T15.jpg (4115 Byte)Unterwegs begegnete uns eine grosse Dromedarherde die majestätisch neben uns her zog. Verstaubt und rechtschaffen müde erreichten auch wir den Swimmingpool und die anderen Annehmlichkeiten der Oase Tozeur. Die Anfahrt war sehr eindrücklich. Von kargen rötlich-gelben Fels- und Sandformationen umgeben, breitete sich plötzlich in einer riesigen Senke ein Meer von Palmen aus. Die Palmen sind lediglich die oberste Begrenzung einer Oase. Tun99_T16.jpg (6047 Byte)Die Bewirtschaftung erfolgt in 3 oder 4 Etagen. Unter dem Schatten der Palmen gedeihen zu unterst, Salate, Gemüse, Melonen und Kräuter, darüber Weinreben und zu letzt Fruchtbäume, wie Aprikosen, Orangen, Pfirsiche etc. Das knappe Wasser wird durch ein ausgeklügeltes System schon seit Jahrhunderten gleich verteilt und trägt das Seine zum Gedeihen der Oasen bei. Wir konnten uns hier für zwei Tage einrichten und für die Ausfahrt am nächsten Tag das Gepäck im Hotel lassen.

Tun99_T17.jpg (7645 Byte)Die Anfahrt zu den Bergoasen Tamerza, Chebika und Mides führte über einen kleinen Pass mit richtigen, gut ausgebauten Serpentinen und bot einen atemberaubenden Ausblick. Wir wurden von einem lokalen Führer in der Oase Mides herumgeführt und in die Geschichte eingeweiht. Das Dorf ist nicht mehr bewohnbar, seit vor einigen Jahren heftige, lang anhaltenden Regenfälle, die Lehmhäuser teilweise zerstört hatten und kein Strom und Wasser mehr zur Verfügung stand. Der Ort steht am Rande einer grossen Schlucht, die an den Tun99_T18.jpg (1278 Byte)Grand Canyon in den USA erinnert. Hier wurden die meisten Aussenaufnahmen für den Film „der englische Patient" gedreht. Einige Mutige stiegen bis zum Boden der Schlucht ab und berichteten von Palmen die da wachsen und Tümpeln, die Frösche beherbergen. Wir anderen taten uns im Schatten des kleinen Kaffees an .., ich glaube es war Wursttag, gütlich. Am besten gegen den Durst war der arabische Tee, starker Grüntee mit Pfefferminz und viel Zucker in kleinen Gläsern serviert.

Tun99_T19.jpg (4240 Byte)Auf der Rückfahrt nach Tozeur kamen wir nochmals an Metlaoui vorbei und staunten über die gigantischen Bergbauvorrichtungen, die hier den Abbau von Phosphat ermöglichten. An einem Gebäude entdeckten wir eine Tafel, die auf eine Zusammenarbeit mit einem Kombinat aus der ehemaligen DDR hinwies.

Wir freuten uns auf einen weiteren Höhepunkt der Reise, die Fahrt durch das legendäre Chott Djerid, einem riesigen Salzseen-System. Normalerweise ist die Durchfahrt heute gefahrlos, solange man auf dem geteerten Damm bleibt. Es waren genügend Zeugen unglücklicher Experiment zu sehen. Weit hinten steht noch das Skelett eines Busses, auch ein Autowrack war ersichtlich. Der Salzschlick ist sehr trügerisch. Nach einer harten Schicht am Rande wird er schnell weich und tief wie ein Sumpf und es gibt kein Entrinnen mehr. Mit wohligen Schauern den Rücken hinunter, fuhren wir sicher durch das Naturschauspiel. Leider sahen wir keine Fata Morgana.

Tun99_T20.jpg (7221 Byte)Dafür wartete das Hotel in der Oase Douz, am Rande der grossen Sanddünen der Sahara mit einigen Überraschungen auf. Von aussen unterschied sich das Hotel in der Farbe kaum vom umliegenden Sand und Fels. Im Innenhof jedoch, befanden sich inmitten von grünem Rasen zwei Swimmingpools. Ein normaler und einer gespiesen mit warmem Thermalwasser. Wir taten uns natürlich etwas Gutes und entspannten uns im warmen Wasser, es tat auch meinem Muskelkater von vorgestern gut.

Zum verabredeten Zeitpunkt fürs Nachtessen, holten uns Bedouinen-Musiker und Tänzerinnen mit Kamelen in ihr Lager ab. Sie buken auf einem Feuer schmackhafte gefüllte Fladenbrote und unterhielten uns mit einer farbenfrohen und akrobatischen Berberhochzeit mit tollkühnen Reiteinlagen auf zwei dunklen Araberpferden. Gegessen wurde im Bedouinenzelt. Tun99_T21.jpg (2482 Byte)Wir flegelten uns auf Matratzen hin und genossen, halb liegend, die dargebotenen Köstlichkeiten.

Zum Abschluss führten unsere Gastgeber uns auf eine grosse Sanddüne auf der Harley-Davidson in Flammen geschrieben stand. Einige Mutige wagten sich mit Ihren Harleys bis fast zum Gipfel und gaben der sonst völlig unbeleuchteten Vollmondnacht ein eigenes Gepräge.

Tun99_22A.jpg (6916 Byte)Unser Weg führte uns am nächsten Morgen über die Berge zu Matmata der Höhlenwohnungsstadt. Heute sind zwar fast alle Höhlenwohnungen verlassen oder dienen dem praktischen Anschauungsunterricht, aber wir bekamen einen guten Eindruck, dass es sich durchaus komfortabel und mit natürlicher Klimatisierung in diesen Höhlen leben liess. Eine weitere Sehenswürdigkeit bildeten die Ghorfas, die Speicherburgen, die hier überall in den Gebirgsorten bestanden haben. Das sind zwei oder dreistöckige Gebilde mit schmalen, hohen Räumen die alle eine Kuppel aufweisen. Von weitem sieht die Oberfläche aus wie ein grosses Wellbrett. Hier wurden Olivenöl, Couscous, Früchte, Gemüse, Milch und andere Lebensmittel gespeichert. An diesem Tag war Thomas‘s Geburtstag. Er lud uns alle zum Mittagessen in ein Restaurant bei Matmata ein, wo wir auf der Terrasse wunderbar verpflegt wurden.

Tun99_22B.jpg (7447 Byte)Eine der eindrücklichsten Strecken führte uns immer weiter südlich über die Berge nach Tataouine. Weite Ausblicke belohnten uns nach steilen und kurvenreichen Strassen. Wir kamen nicht sehr schnell voran, aber dafür hatten wir mit der tiefstehenden Sonne eine einmalige Beleuchtung der gelblich-rosa Felsformationen und eine stimmungsvolle Ankunft im Hotel, das so sehr der Natur angepasst war, dass man es von weitem fast nicht vom Berg dahinter unterscheiden konnte. Das Abendessen nahmen wir am Swimmingpool ein und genossen den Sternenhimmel. Es war unser letzter Tag in der Wüste und wenn ich etwas an der Reise ändern würde, dann, dass man einen Tag mehr in Tataouine verbringt und von da aus einen Ausflug in die Wüste und Berge macht.

Tun99_T23.jpg (9296 Byte)Die längste Etappe stand uns bevor, von Tataouine bis nach Monastir waren es ca. 350 km. Es wurde nun auch immer wärmer. In der Wüste war das Klima trocken, aber am Meer wurde es feucht. Unsere Ankunft im Abou Nawas Monastir wurde wie ein Karneval gefeiert. Begleitet von Musik und Tanzen parkierten wir unsere heissen Öfen vor der Hotelzufahrt. Später fuhren wir sie in einen geschlossenen Tennisplatz. Wir erfuhren nun auch, dass wir inzwischen 45 C warm haben. Wir hatten uns jedoch gut akklimatisiert und es machte uns ausser während der Nacht wenig zu schaffen. Monastir ist die Heimat von Habib Bourguiba, dem früheren Präsidenten von Tunesien. Tun99_T24.jpg (6865 Byte)Er lebt in einem riesen Palast ausserhalb von Monastir und wir besuchten auch sein Mausoleum, das erst geöffnet wird, wenn er darin liegen wird. Die Souks von Monastir wurden drei Teilnehmerinnen beinahe zum Verhängnis, Zum verabredeten Zeitpunkt waren sie unauffindbar. Wir beschlossen zurückzufahren und nur einen kleinen Suchtrupp zurückzulassen. Nach einiger Zeit tauchten die drei freudestrahlend auf und erzählten vom besten Handel den sie je bei ihren Einkäufen gemacht hätten. Beim Ausflug nach Sousse zum Basar, wurden die drei eng beschattet, damit das nicht noch einmal vorkommen konnte.

Tun99_T25.jpg (6804 Byte)Der letzte grosse Ausflug führte uns nach El Djems zum grössten römischen Kollosseum in Afrika. Es rangiert gleich nach denen von Rom und Pozzuoli und ist besser erhalten als dasjenige in Rom. Man konnte ungestört die ganzen Anlagen besichtigen und spürte noch etwas vom Geschehen vor fast 2000 Jahren. Die Rückreise nach Monastir war die heisseste Strecke die wir zu absolvieren hatten, ein Wüstenwind heizte die 45 C nocheinmal auf und wir waren froh, endlich wieder zurück am Meer zu sein.

Tun99_T27.jpg (7374 Byte)Petra und Thomas setzen sich sehr für 2626, eine Hilfsorganisation die hilft die notwendigen Infrastrukturen im ärmeren Süden des Landes aufzubauen, ein. Durch T-Shirtverkauf und eine Versteigerung bei der die Degussa sehr grosszügige Objekte stiftete, kamen über 4000 Dinar, ca. DM 7500 zusammen und wurden von Petra und Thomas feierlich den zuständigen Ministern überreicht - ein Engagement, das von den tunesischen Behörden sehr hoch geschätzt wurde.

Disco, Partytime und die Aufführung des Musicals, Le rêve bleu beschlossen unseren Aufenthalt in Monastir. Tun99_T28.jpg (8964 Byte)Auf der Rückreise nach Tunis besuchten wir noch das alte Carthago mit dem einmaligen Rundhafen, der Garagen für die schnellen griechischen Schiffe aufwies und Sidi Bou Said, das malerische Städtchen am Hang mit seinen weissen Häusern und blauen Türen und Fensterläden. Hier wurde der beste arabische Tee serviert, es hatte Pinienkerne darin.

In Tunis behändigten wir wieder unsere warmen Klamotten und hofften, sie noch lange nicht brauchen zu müssen. Tatsächlich schien auch in Genua die Sonne und mindestens bis zur Schweizer Grenze hielt das Wetter.

Tun99_T29.jpg (6538 Byte)Wir haben zwei wundervolle Wochen verlebt, viele neue Freundschaften geknüpft und unauslöschliche Erinnerungen an die Herzlichkeit der Tunesier und ein sehr gastfreundliches Land mitgenommen. Die Harleys machten willig mit und Rainer sorgte dafür, dass auch alle bis zum Ende fahrtüchtig waren. Es bleibt uns nur noch der Dank an Petra, Thomas und Dhyaa, die uns dieses Erlebnis ermöglicht haben und mit ihrer Umsicht, Toleranz und Humor den Rahmen für die Reise gesetzt haben. 

Hier gehts zum Fotoalbum... (externer Link)