(Text: Anita
Haug Fotos Oliver Schmitt u. Beat Haug)
Der Zauber des blauen Traums wirkt immer noch nach, auch einige Wochen nach dem
eindrucksvollen Erlebnis. Ende Mai haben wir uns mit 63 weiteren Fahrern zu
einer der schönsten und best-organisierten Touring Rallies aller Zeiten aufgemacht. Maria
aus der Tschechischen Republik, Norbert und Theo aus Wien und Pia, Beat und ich aus der
Schweiz gaben der Rally den Internationalen Touch. Alle anderen Teilnehmer kamen aus
verschiedenen Teilen Deutschlands. Angeführt von Petra und Thomas aus der Pfalz, der
Dialekt ist unverkennbar, die uns ihre Liebe zu Tunesien in eindrücklicher Weise mitgeben
konnten, waren wir mit 50 Harleys von Genua aus unterwegs. Das
Warten auf die Fähre war kurzweilig. Mit uns standen Kolonnen um Kolonnen von PWs,
Lastwagen, Geländefahrzeugen und ca 80 undefinierbaren Fahrzeugen im Hafen. Die letzteren
waren von uns aus gesehen kaum mehr fahrtüchtig, wurden von Klebeband und Draht
zusammengehalten und hatten auf dem Dach eine Ladung die mindestens dem Volumen des
darunter verborgenen Gefährts entsprach. Die Ladung hätte gut und gerne der
Sperrmüllabfuhr von Genua entstammen können. Allem Anschein nach, würden jedoch alle
die mitgeführten Gegenstände irgendwo in Afrika wieder einen Benutzer finden.
Nach dem Einchecken und einer erfrischenden Dusche trafen wir uns
alle am Swimmingpool und winkten Europa zum Abschied zu. Das Abendessen stimmte uns sofort
auf Tunesien ein, es gab wunderbaren Couscous. Dank der minutiösen Vorarbeit von Petra,
gingen die Zollformalitäten in Tunis reibungslos vonstatten. Ich wurde allerdings aus
Versehen auf eine Ehrenrunde geschickt und durfte die Checks ein zweites Mal passieren,
auch wieder ohne Probleme.
Nach dem Ausladen erwartete uns Dhyaa, der tunesische Freund von
Petra und Thomas, der uns von der Abou Nawas Gruppe zur Betreuung für die ganze Rally
ausgeliehen wurde. Er nahm freudestrahlend von der brandneuen 99er Dyna Superglide Besitz,
die er für die Tour zur Verfügung gestellt bekam. Zusammen mit der Polizei, die uns auf
weiten Teilen durch Tunesien geleitete brachte er uns beim Eindunkeln in unser erstes Abou
Nawas Hotel. Wir bezogen grosszügige Bungalows und verpackten als Erstes, alle warmen und
überflüssigen Klamotten in grosse schwarze Abfallsäcke, die im Hotel bleiben würden
bis zu unserer Abreise zurück ins kältere Europa.
Pünktlich um 09Uhr standen wir am nächsten Morgen bereit zur
Abfahrt um das zerklüftete Cap Bon. Zum Mittagshalt besuchten wir die Grotten bei El
Haouaria aus denen vor vielen Jahrhunderten Sklaven das Baumaterial für Carthago
herausgebrochen haben. Die Mittagshalte sind einer besonderen Erwähnung wert. Jeden Tag,
ausser an Thomass Geburtstag, war Petra mit einem grossen Seesack auf dem Rücken
frisches Brot einkaufen gegangen und eröffnete dann den Mittagstisch vor dem
Werkstattwagen. Er war abwechslungsweise reich mit Thunfisch und Sardinen, oder
Büchsenwurst bestückt. Dazu gab es Streichkäslein, Mineralwasser und manchmal
erfrischende Früchte. Man bediente sich nach Herzenslust und liess sich irgendwo im
Schatten nieder zum Schmausen. Am besten war das Fladenbrot des ersten Tages, bloss hatten
wir alle Hunger und etwas grosse Augen. An den folgenden Tagen wurden wir bescheidener.
Unser Tagesziel war Hammamet. Nach einem etwas kühlen Bad im Meer und
einem Drink am Swimmingpool, bedienten wir uns, wie meistens, beim Abendessen an einem
reichhaltigen Büffet, das zu grossen Teilen einheimische Speisen, aber auch Europäische
Gerichte aufwies. Am nächsten Morgen machte uns Thomas mit einem praktischen Beispiel in
didaktisch einmaliger Form klar, was denn nun versetzt fahren im Konvoi"
wirklich bedeutet. Es leuchtete allen ein, dass, wenn auf der Innen- oder Aussenkolonne
eine Lücke entsteht diese von hinten und nicht von der Seite aufgefüllt werden musste.
Alles andere ist viel zu gefährlich und bringt eine Menge Unruhe in eine Gruppe. Darüber
hinaus gab es keine Überholmanöver ausser von den Roadmarschalls. Im praktischen
Gebrauch hat sich dieses System äusserst effektiv bewährt. Alle Rallyteilnehmer fuhren
sehr diszipliniert. Natürlich kannte man bald auch die Eigenheiten der einzelnen Fahrer
und Fahrerinnen. Einige wollten nur Innen oder nur Aussen fahren, andere lieber mehr in
der Mitte, oder pendelten situativ von einer zur anderen Seite oder kamen in engen Kurven
etwas nahe, aber die vorherrschende Toleranz und die sich entwickelnden Freundschaften
bedachten diese kleinen Macken mit Nachsicht.
Auf guten Strassen fuhren wir nach Kairouan, der Hauptstadt der
Teppichknüpferei. Die Landschaft mit begrünten Hügeln und gelbbrauner Erde erinnerte
noch stark an den Peloponnes in Griechenland oder an Sizilien. Kein Wunder, liegt doch
Sizilien nur 140 Meilen von Tunis entfernt.
Ein polyglotter Führer, einst Sprachlehrer und jetzt über 70 Jahre
alt, zeigte uns die grosse Moschee von Kairouan. Die langen mit Säulen bestanden Kreuzgänge
umschlossenen einen grossen Hof der mit zwei Sonnenuhren und einer Zitadelle bestückt
ist. Die eigentlichen Räume der Moschee sind nur durch die schweren, geschnitzten Türen
aus Zedernholz zu bewundern, Eintreten war für uns verboten. Eintreten jedoch sehr
erwünscht, war beim folgenden Bummel durch die Kasbah mit den Souks. Von weitem zeugten
die Rufe Chef, du Harley?" Mister nur schauen!" Hallo,
Hallo!" und Deutsch?" vom guten Buschtelephon im Markt. Wir gewöhnten uns
schnell daran und konnten den Lockrufen meist widerstehen.
Danach fuhren wir einige Kilometer weiter zu den nächsten
schattigen Bäumen und gaben uns dem Mittagsmahl hin. Heute gab es Dosenwurst und Melonen.
Unser Tagesziel hiess Sbeitla. Je näher wir kamen, desto grauer wurde der Himmel. Es wird
wohl nicht regnen in Tunesien? Jetzt wo wir all unser Regenzeugs im Hotel in Tunis
gelassen haben?
Wir erreichten unser Hotel mit den ersten Regentropfen und wurden Zeugen
von einem währschaften tunesischen Gewitter. Der erste und letzte Regen auf dieser Reise.
Wir werden uns noch an die erfrischende Abkühlung zurücksehnen. Die Temperaturen waren
angenehm kühl und das Nachtessen ausgezeichnet. Das machte den Mangel an Frotteetüchern,
eins pro Zimmer, wieder wett.
Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir am nächsten Morgen
die römischen Ruinen bei Sbeitla. Die zum Teil gut erhaltenen Ruinen gaben einen realen
Einblick in das Leben um das 3. Jahrhundert. Tempel der Göttinen Juno und Minerva standen
friedlich neben frühchristlichen Kirchen mit aufschlussreichen Mosaikfussböden. Der
restaurierte Triumphbogen des Kaisers Diokletian ragte als eindrückliches Denkmal gleich
hinter der gut erhaltenen Festungsmauer auf.
Vollgesogen mit Kultur machten wir uns auf den Weg Richtung
Wüste und Oasen. Die Landschaft wurde karger und die Strassen welliger. Der
Pannenstreifen auf beiden Seiten war nicht geteert. So wirbelten ausweichende Autos und
Lastwagen eine Menge Sand in die Luft. Wir montierten Bandanas und andere Baumwolltücher
vor Mund und Nase. Die Temperaturen stiegen langsam an. Es würde so um die 30 Grad sein,
beim Fahren kühlte ein angenehmer Luftzug, aber beim Anhalten musste die Töffkluft
sofort vom Körper, sonst war man in Kürze nass vom Schwitzen. Der Mittagshalt am Rand
der Strasse war glücklicherweise von grossen Bäumen überschattet. Heute gab es Thon,
Sardinen und Orangen.
Kurz vor dem Tagesziel Tozeur, wurde eine folgenschwere
Entscheidung fällig. Wir entschieden uns fürs Abenteuer und folgten Thomas zur Selja
Schlucht. 10 km Piste war angesagt, zwei lange, bodenlose Sandlöcher bereicherten die
Strecke. Wir erfuhren, dass man mit genügend Schwung durchfahren musste und die wilde,
bockende Bronco-Harley eisern unter Kontrolle halten soll. Einige von uns legten sich bei
der Hinfahrt in den weichen Sand. Bei der Rückfahrt ging es schon bedeutend besser. Am
Ende der Fahrstrecke erwartete uns noch ein kleiner Fussmarsch zur Schlucht mit dem
Säbelhieb, einer Felsformation die links und rechts des Flüsschens
150 Meter senkrecht in die Höhe stieg und nur den schmalen Säbelhieb als Durchfluss
freiliess.
Wieder auf der grossen Strasse angelangt, machten wir noch einen Halt
bei einem Roadside Café. Dieser hochtrabende Name wurde von einer kleinen Bude mit
Sonnendach und genügend Stühlen für uns verkörpert. Nachdem wir den
gesamten Vorrat an Coca-Cola und Mineralwasser konsumiert hatten und nur noch einige
wenige Flaschen mit warmem Orangina übrig waren, und die Jahres-Aprikosenernte eines
Händlers ausverkauft war, verliessen wir die gastliche Stätte. Die Polizei der
umliegenden Orte hatte sich mittlerweile zu einer ad hoc Kontrolle der vorbeifahrenden
Lastwagen zusammengetan und begutachtete fachmännisch unsere Milwaukee-Eisen.
Unterwegs begegnete uns eine grosse Dromedarherde die
majestätisch neben uns her zog. Verstaubt und rechtschaffen müde erreichten auch wir den
Swimmingpool und die anderen Annehmlichkeiten der Oase Tozeur. Die Anfahrt war sehr
eindrücklich. Von kargen rötlich-gelben Fels- und Sandformationen umgeben, breitete sich
plötzlich in einer riesigen Senke ein Meer von Palmen aus. Die Palmen sind lediglich die
oberste Begrenzung einer Oase. Die Bewirtschaftung erfolgt in 3 oder 4 Etagen. Unter
dem Schatten der Palmen gedeihen zu unterst, Salate, Gemüse, Melonen und Kräuter,
darüber Weinreben und zu letzt Fruchtbäume, wie Aprikosen, Orangen, Pfirsiche etc. Das
knappe Wasser wird durch ein ausgeklügeltes System schon seit Jahrhunderten gleich
verteilt und trägt das Seine zum Gedeihen der Oasen bei. Wir konnten uns hier für zwei
Tage einrichten und für die Ausfahrt am nächsten Tag das Gepäck im Hotel lassen.
Die Anfahrt zu den Bergoasen Tamerza, Chebika und Mides führte
über einen kleinen Pass mit richtigen, gut ausgebauten Serpentinen und bot einen
atemberaubenden Ausblick. Wir wurden von einem lokalen Führer in der Oase Mides
herumgeführt und in die Geschichte eingeweiht. Das Dorf ist nicht mehr bewohnbar, seit
vor einigen Jahren heftige, lang anhaltenden Regenfälle, die Lehmhäuser teilweise
zerstört hatten und kein Strom und Wasser mehr zur Verfügung stand. Der Ort steht am
Rande einer grossen Schlucht, die an den Grand
Canyon in den USA erinnert. Hier wurden die meisten Aussenaufnahmen für den Film
der englische Patient" gedreht. Einige Mutige stiegen bis zum Boden der
Schlucht ab und berichteten von Palmen die da wachsen und Tümpeln, die Frösche
beherbergen. Wir anderen taten uns im Schatten des kleinen Kaffees an .., ich glaube es
war Wursttag, gütlich. Am besten gegen den Durst war der arabische Tee, starker Grüntee
mit Pfefferminz und viel Zucker in kleinen Gläsern serviert.
Auf der Rückfahrt nach Tozeur kamen wir nochmals an Metlaoui
vorbei und staunten über die gigantischen Bergbauvorrichtungen, die hier den Abbau von
Phosphat ermöglichten. An einem Gebäude entdeckten wir eine Tafel, die auf eine
Zusammenarbeit mit einem Kombinat aus der ehemaligen DDR hinwies.
Wir freuten uns auf einen weiteren Höhepunkt der Reise, die Fahrt durch
das legendäre Chott Djerid, einem riesigen Salzseen-System. Normalerweise ist die
Durchfahrt heute gefahrlos, solange man auf dem geteerten Damm bleibt. Es waren genügend
Zeugen unglücklicher Experiment zu sehen. Weit hinten steht noch das Skelett eines
Busses, auch ein Autowrack war ersichtlich. Der Salzschlick ist sehr trügerisch. Nach
einer harten Schicht am Rande wird er schnell weich und tief wie ein Sumpf und es gibt
kein Entrinnen mehr. Mit wohligen Schauern den Rücken hinunter, fuhren wir sicher durch
das Naturschauspiel. Leider sahen wir keine Fata Morgana.
Dafür wartete das Hotel in der Oase Douz, am Rande der grossen
Sanddünen der Sahara mit einigen Überraschungen auf. Von aussen unterschied sich das
Hotel in der Farbe kaum vom umliegenden Sand und Fels. Im Innenhof jedoch, befanden sich
inmitten von grünem Rasen zwei Swimmingpools. Ein normaler und einer gespiesen mit warmem
Thermalwasser. Wir taten uns natürlich etwas Gutes und entspannten uns im warmen Wasser,
es tat auch meinem Muskelkater von vorgestern gut.
Zum verabredeten Zeitpunkt fürs Nachtessen, holten uns
Bedouinen-Musiker und Tänzerinnen mit Kamelen in ihr Lager ab. Sie buken auf einem Feuer
schmackhafte gefüllte Fladenbrote und unterhielten uns mit einer farbenfrohen und
akrobatischen Berberhochzeit mit tollkühnen Reiteinlagen auf zwei dunklen Araberpferden.
Gegessen wurde im Bedouinenzelt. Wir flegelten uns auf Matratzen hin und genossen, halb
liegend, die dargebotenen Köstlichkeiten.
Zum Abschluss führten unsere Gastgeber uns auf eine grosse Sanddüne
auf der Harley-Davidson in Flammen geschrieben stand. Einige Mutige wagten sich mit Ihren
Harleys bis fast zum Gipfel und gaben der sonst völlig unbeleuchteten Vollmondnacht ein
eigenes Gepräge.
Unser Weg führte uns am nächsten Morgen über die Berge zu
Matmata der Höhlenwohnungsstadt. Heute sind zwar fast alle Höhlenwohnungen verlassen
oder dienen dem praktischen Anschauungsunterricht, aber wir bekamen einen guten Eindruck,
dass es sich durchaus komfortabel und mit natürlicher Klimatisierung in diesen Höhlen
leben liess. Eine weitere Sehenswürdigkeit bildeten die Ghorfas, die Speicherburgen, die
hier überall in den Gebirgsorten bestanden haben. Das sind zwei oder dreistöckige
Gebilde mit schmalen, hohen Räumen die alle eine Kuppel aufweisen. Von weitem sieht die
Oberfläche aus wie ein grosses Wellbrett. Hier wurden Olivenöl, Couscous, Früchte,
Gemüse, Milch und andere Lebensmittel gespeichert. An diesem Tag war Thomass
Geburtstag. Er lud uns alle zum Mittagessen in ein Restaurant bei Matmata ein, wo wir auf
der Terrasse wunderbar verpflegt wurden.
Eine der eindrücklichsten Strecken führte uns immer weiter
südlich über die Berge nach Tataouine. Weite Ausblicke belohnten uns nach steilen und
kurvenreichen Strassen. Wir kamen nicht sehr schnell voran, aber dafür hatten wir mit der
tiefstehenden Sonne eine einmalige Beleuchtung der gelblich-rosa Felsformationen und eine
stimmungsvolle Ankunft im Hotel, das so sehr der Natur angepasst war, dass man es von
weitem fast nicht vom Berg dahinter unterscheiden konnte. Das Abendessen nahmen wir am
Swimmingpool ein und genossen den Sternenhimmel. Es war unser letzter Tag in der Wüste
und wenn ich etwas an der Reise ändern würde, dann, dass man einen Tag mehr in Tataouine
verbringt und von da aus einen Ausflug in die Wüste und Berge macht.
Die längste Etappe stand uns bevor, von Tataouine bis nach Monastir
waren es ca. 350 km. Es wurde nun auch immer wärmer. In der Wüste war das Klima trocken,
aber am Meer wurde es feucht. Unsere Ankunft im Abou Nawas Monastir wurde wie ein Karneval
gefeiert. Begleitet von Musik und Tanzen parkierten wir unsere heissen Öfen vor der
Hotelzufahrt. Später fuhren wir sie in einen geschlossenen Tennisplatz. Wir erfuhren nun
auch, dass wir inzwischen 45 C warm haben. Wir hatten uns jedoch gut akklimatisiert und es
machte uns ausser während der Nacht wenig zu schaffen. Monastir ist die Heimat von Habib
Bourguiba, dem früheren Präsidenten von Tunesien. Er lebt
in einem riesen Palast ausserhalb von Monastir und wir besuchten auch sein Mausoleum, das
erst geöffnet wird, wenn er darin liegen wird. Die Souks von Monastir wurden drei
Teilnehmerinnen beinahe zum Verhängnis, Zum verabredeten Zeitpunkt waren sie
unauffindbar. Wir beschlossen zurückzufahren und nur einen kleinen Suchtrupp
zurückzulassen. Nach einiger Zeit tauchten die drei freudestrahlend auf und erzählten
vom besten Handel den sie je bei ihren Einkäufen gemacht hätten. Beim Ausflug nach
Sousse zum Basar, wurden die drei eng beschattet, damit das nicht noch einmal vorkommen
konnte.
Der letzte grosse Ausflug führte uns nach El Djems zum
grössten römischen Kollosseum in Afrika. Es rangiert gleich nach denen von Rom und
Pozzuoli und ist besser erhalten als dasjenige in Rom. Man konnte ungestört die ganzen
Anlagen besichtigen und spürte noch etwas vom Geschehen vor fast 2000 Jahren. Die
Rückreise nach Monastir war die heisseste Strecke die wir zu absolvieren hatten, ein
Wüstenwind heizte die 45 C nocheinmal auf und wir waren froh, endlich wieder zurück am
Meer zu sein.
Petra und Thomas setzen sich sehr für 2626, eine
Hilfsorganisation die hilft die notwendigen Infrastrukturen im ärmeren Süden des Landes
aufzubauen, ein. Durch T-Shirtverkauf und eine Versteigerung bei der die Degussa sehr
grosszügige Objekte stiftete, kamen über 4000 Dinar, ca. DM 7500 zusammen und wurden von
Petra und Thomas feierlich den zuständigen Ministern überreicht - ein Engagement, das
von den tunesischen Behörden sehr hoch geschätzt wurde.
Disco, Partytime und die Aufführung des Musicals, Le rêve bleu
beschlossen unseren Aufenthalt in Monastir. Auf der Rückreise
nach Tunis besuchten wir noch das alte Carthago mit dem einmaligen Rundhafen, der Garagen
für die schnellen griechischen Schiffe aufwies und Sidi Bou Said, das malerische
Städtchen am Hang mit seinen weissen Häusern und blauen Türen und Fensterläden. Hier
wurde der beste arabische Tee serviert, es hatte Pinienkerne darin.
In Tunis behändigten wir wieder unsere warmen Klamotten und hofften,
sie noch lange nicht brauchen zu müssen. Tatsächlich schien auch in Genua die Sonne und
mindestens bis zur Schweizer Grenze hielt das Wetter.
Wir haben zwei wundervolle Wochen verlebt, viele neue Freundschaften
geknüpft und unauslöschliche Erinnerungen an die Herzlichkeit der Tunesier und ein sehr
gastfreundliches Land mitgenommen. Die Harleys machten willig mit und Rainer sorgte
dafür, dass auch alle bis zum Ende fahrtüchtig waren. Es bleibt uns nur noch der Dank an
Petra, Thomas und Dhyaa, die uns dieses Erlebnis ermöglicht haben und mit ihrer Umsicht,
Toleranz und Humor den Rahmen für die Reise gesetzt haben.
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